Früherkennung



Ein großes Problem für Eltern und Kind: Rechenschwäche wird meist zu spät erkannt

Wenn ein Schulkind das kardinale Zahlensystem (Menge) nicht über das Ordinale (Rangfolgen) stellen kann,
fehlt ihm die Basis für das Begreifen mathematischer Logik. Mit anderen Worten: Ein Schüler muss erken-
nen können,
dass es nicht nur einen 7. Platz (Rangfolge/Ordinal) gibt, sondern auch die Menge 7, die aus
7 einzelnen Teilen besteht (Kardinalzahlen). Mangelt es einem Kind an der Mengenvorstellung (Visualisie-
rung von Mengen), bleibt ihm nur eine Strategie - leider die falsche: das zählende Rechnen meist mit
Hilfe der Finger.

Das Zählen mit den Fingern kann - von Lehrern und Eltern unbemerkt - bis etwa zum Ende der 2. Klasse zu
brauchbaren Ergebnissen auch Noten führen. Doch spätestens in der 3. Klasse stellen sich erhebliche
Schwierigkeiten ein. Besonders beim Lösen von Textaufgaben, wo es ohne der Fähigkeit,
Mengen zu visualisieren, nicht mehr geht.

Daher ist es wichtig, so früh wie möglich die Rechenschwäche aufzudecken -
am besten im Vorschulalter
Da Dyskalkulie mit einem fehlenden Mengenverständnis einhergeht, kann man mit einer einfachen Übung
(mehr darüber bei der Vorbesprechung - siehe "Kosten und Zeit") herausfinden, ob sich bei Ihrem Schul-
oder Vorschulkind
eine mögliche Störung abzeichnet.

Der therapeutische Aufwand bei einem Dritt- oder Viertklässler ist um ein Vielfaches höher und
damit kostenintensiver,
da es nicht genügt, die Defizite im Stoff der 3. oder 4. Klasse, also die Zahlenräume
bis 1.000 bzw. 1.000.000, zu bearbeiten. Vielmehr muss die Rechenschwäche vom Ursprung her therapiert
werden, von den Zahlräumenbis 10 und 100.

© Winfried Mühlbauer 2005




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